Planung

    Lehde verstärkt Beton mit Glasfaser und Karbon


    Lehde verstärkt Beton mit Glasfaser und Karbon.
    Bauteile für Mitarbeitergarage gefertigt.
    50 Prozent weniger Gewicht – verbesserter CO2-Fußabdruck

    Soest. Erstmals testet die J. Lehde GmbH die Kombination aus Glasfaser und Beton. Für den Bau einer Mitarbeitergarage wurden Stahlbetonfertigteile produziert, die anstelle der klassischen Stahlbewehrung nun Bewehrungselemente aus Glasfaser bzw. Karbon enthalten.

    Martin Risse, Leiter des Teams Forschung & Entwicklung (F&E) bei Lehde: „In der Branche wird das Thema kontrovers diskutiert. Wir wollten jetzt unsere eigenen Erfahrungen sammeln. Beim Kollegen Christian Trost steht jetzt die neue Garage. Und der kann als Fachmann täglich auf die neuralgischen Punkte schauen und die Versuchsdokumentation kontinuierlich fortschreiben.“

    Beim Einsatz von Glasfaserelementen können etwa 50 Prozent Beton eingespart werden. Das macht die Bauelemente bei gleicher Stabilität leichter, verringert Transportkosten, erlaubt kleinere Baukräne und verbessert den CO2-Fußabdruck. Weiterer Vorteil: Beim Karbon- oder Glasfasermaterial darf es sich durchaus um Recyclingmaterial handeln – etwa aus dem Fahrzeugbau.

    Stahlbetonfertigteile werden grundsätzlich bewehrt, damit der Beton nicht nur Druckbelastung, sondern auch Zugbelastung aufnehmen kann. Erforderlich sind dafür Matten oder sogar Körbe aus Stahldrahtgeflecht. Diese werden bei der Produktion mit Beton umgossen. Dasselbe kann man im Prinzip mit Glasfaserelementen machen. Allerdings können diese nicht gebogen werden; sie brechen sonst. Deswegen müssen GF-Bewehrungen fertig zugekauft werden oder aber es müssen die erforderlichen Mattenstrukturen mit Kunststoffclips zusammengesteckt werden.

    Martin Risse: „Wir schauen uns das in Ruhe an und sammeln unsere Erfahrungen. Noch sind Glasfaserverstärkte Bauelemente vergleichsweise teuer. Wir wollen aber unsere Schulaufgaben gemacht haben, wenn die Produkte technisch und preislich wettbewerbsfähig sind.“ Lehde-Chefarchitekt Christian Trost wird seine private GF-verstärkte Garage während der nächsten drei Jahre aufmerksam beobachten und jegliche Veränderungen, Risse oder Setzungen an das F&E-Team bei Lehde zurück melden.

    Über die J. Lehde GmbH
    Das Unternehmen wurde 1946 gegründet und machte sich zunächst als Spezialist für Betonfertigteile einen Namen. Inzwischen hat sich Lehde auch durch Architekturleistungen (Planung und Projektabwicklung) für Industriebauten eine umfangreiche Reputation erworben. Die Kompetenzen liegen in den Bereichen Beratung, Planen und Bauen sowie in der Herstellung von schlüsselfertigen Industriebauten und Betonfertigteilen. Das Unternehmen aus Soest (Westf.) befindet sich seit jeher in Familienbesitz und beschäftigt derzeit 135 Mitarbeiter. Geschäftsführer sind Martin Butz und Johannes Lehde.

    Bildunterzeile: Martin Risse, Team "Forschung & Entwicklung" bei Lehde mit 2 unterschiedlichen Bewehrungselementen: Rechts das klassische Stahlgeflecht, links ein Geflecht aus Glasfaserstäben.

    Dieses Projekt wird mit den folgenden Brownfield Partnern realisiert