Interview mit Mirko Eickhoff, Gründer und Geschäftsführer von thirteen seven


    thirteen seven ist ein inhabergeführter Projektentwickler von Logistik- und Light-Industrial-Immobilien. Die fachliche Expertise von der Projektierung bis zur schlüsselfertigen Übergabe in Verbindung mit einem großen Netzwerk an Mietern, Maklern und relevanten Dienstleistern machen thirteen seven zu einem kompetenten, dynamischen Partner im Logistikimmobilienbereich. Brownfield24 hat mit Gründer und Geschäftsführer Mirko Eickhoff über den Reiz von Greenfields gesprochen und warum man an Brownfields heutzutage einfach nicht mehr vorbeikommt.

    Brownfield24: thirteen seven ist relativ neu auf dem Markt. Was zeichnet Euch aus, und in welchem Bereich seid Ihr unterwegs?

    thirteen seven: Wir sind Ende 2020 gestartet. Unser Fokus liegt ausschließlich auf der Projektentwicklung für Logistik und Light Industrial Immobilien. Hier sind wir in der Lage, unbebaute und bebaute Grundstücke anzukaufen und auch die Immobilie spekulativ zu errichten. Wir betrachten diese Assetklasse bundesweit. Allerdings kommen mein Geschäftspartner und ich aus NRW und haben hier auch unser bisheriges Berufsleben verbracht, sodass NRW sicher zu unserem Kernmarkt zählt. Daher freut es uns auch, mit zwei Projekten in unserer Heimat durchzustarten.

    thirteen seven ist inhabergeführt und nicht fremdfinanziert. Im Gegensatz zu internationalen Entwicklern können wir frei agieren und eigenständig Entscheidungen treffen. Im Hintergrund gibt es erfahrene Kapitalpartner, die es uns durch ihre verschiedenen Risiko- und Investmentkriterien erlauben, die gesamte Klaviatur der Assetklasse bespielen zu können.

    Uns zeichnet unsere Authentizität verbunden mit Hartnäckigkeit und Kommunikation auf Augenhöhe aus. Egal ob Industriekonzern, Abbruchunternehmer oder Privatperson, wir sind verbindlich, fair und finden Lösungen. Was nicht passt, wird passend gemacht.

    Brownfield24: Bringt Ihr spezielles Know-How für Brownfields mit, und was sind Eure aktuellen Projekte?

    thirteen seven: Wenn wir ehrlich sind, machen wir natürlich am liebsten Greenfields. Aber auch wir können uns dem großen Markt der Brownfields nicht verschliessen. Ich habe mich bereits 2011 bei meinem Master in Redevelopment intensiv mit Thema auseinandergesetzt. Aus meiner Sicht hat das Thema erst in den letzten Jahren richtig an Akzeptanz und Professionalität gewonnen. Nicht zuletzt durch Netzwerke wie Brownfield24, dem DEBV und durch die zunehmende Anzahl von Revitalisierungen steigen die Erfahrungswerte. Damit verbessert sich die Wahrnehmung für das Thema bei Entwicklern und Investoren gleichermaßen.

    Aktuell haben wir ein Projekt in Krefeld auf einem Greenfield und ein Projekt in Gelsenkirchen auf einem Brownfield. Wir bewegen uns also auf allen Fields.

    Brownfield24: Vor welchen Herausforderungen (Baurecht, Verkehr, Natur) steht Ihr derzeit? Gibt es hierfür schon Lösungsansätze?

    thirteen seven: Unser größtes Problem ist die Grundstücksknappheit. Aktuelle Grundstücksangebote sind meiner Meinung nach oft zu teuer, da bereits auf Eigentümerseite der Developergewinn ohne Risiko erzielt werden soll. Wir erhalten oft Grundstücksangebote mit aberwitzigen Preisvorstellungen. Dagegen waren unsere ersten beiden Ankäufe geradezu Schnäppchen. Uns ist aber natürlich bewusst, dass ordentliche Grundstücke auch Ihren Preis haben – und diesen auch wert sind. Mit Herausforderungen aus Baurecht, Verkehr oder Natur können wir dank des Expertenteams innerhalb des BF24 Netzwerkes sehr gut umgehen.

    Brownfield24: In welchen Teilen der Republik sucht Ihr und was muss die Fläche mitbringen?

    thirteen seven: Wir gehen dahin, wo unsere Mieter auch hingehen. Das heißt, wir sind bundesweit unterwegs, aber mit Schwerpunkt NRW. Oder besser gesagt: alles zwischen Frankfurt und Hannover.

    Bei uns entscheidet das Gesamtpaket aus allen Standortfaktoren. Die Fläche sollte quadratisch, praktisch, gut sein. Gerne auch mit Baurecht und Autobahnanschluss. Die Autobahn muss aber nicht auf dem Grundstück enden. In den letzten Jahren haben wir gelernt, dass sich die Logistikcluster verschieben. Die Anforderungen passen sich den Gegebenheiten an. Heute sind Standorte en vogue, die gestern keiner haben wollte. Hier heißt es Mut zu beweisen, neue Logistikcluster mitzuentwickeln und schnell zu sein.

    Brownfield24: Wie geht Ihr als neuer Entwickler mit dem allgegenwärtigen Thema Nachhaltigkeit um?

    thirteen seven: Wir machen ein Gründach, hängen Blumen an die Fassade, streichen die Halle grün, stellen Pflanzen ins Büro, Obst auf den Tisch und sorgen für gute Laune oder Wellbeing.

    Nein, das ist natürlich Quatsch. Spaß beiseite: Nachhaltigkeit ist eines der wichtigsten Themen und geht uns alle an! Ich habe selbst drei Töchter, denen ich eine intakte Welt überlassen möchte.

    Aus unserer Sicht wird hier allerdings viel Greenwashing betrieben. Gründächer und Geothermie jetzt als nachhaltig zu bezeichnen finde ich falsch. Es handelt sich vielmehr um aktuelle Technologien, deren Anwendung sinnvoll sein kann, aber nicht muss. Wir fragen uns vielmehr, ob man nicht auch nachhaltiger bauen kann. Viele betrachten bei der Nachhaltigkeit nur den Betrieb der Gebäude. Bei der Errichtung wird zu wenig auf die Materialität geachtet. Vielleicht ist der cradle-to-cradle Ansatz für unserer Assetklasse zielführender.

    Generell wünschen wir uns, dass nachhaltiges Bauen konkreter und flächendeckend seitens der Behörden eingefordert wird und die gesamte Branche nachhaltig bauen muss. Gerne zu verbindlichen und definierten Standards. Im Moment gibt es noch zu viele Entwickler und Nutzer, die kurzfristig monetär denken. Dadurch haben nachhaltige Immobilien Wettbewerbsnachteile, wenn es der Nutzer nicht honoriert.

    Wir sind offen für neue Wege und gespannt auf die zukünftigen Entwicklungen!

    Dieses Projekt wird mit den folgenden Brownfield Partnern realisiert